Als René Obermann Mitte November zum neuen Telekom-Chef befördert wurde, das versprach er für den Konzern ganz neue und unheimliche Dinge:
Obermann selbst kündigte in seiner Antrittsrede eine "Serviceoffensive" an, die zu "hochzufriedenen und loyalen Kunden" führen soll. Ausdrücklich strich er die Bedeutung der "sehr engagierten Mitarbeiter" heraus.
Soweit die Theorie.
Die Praxis ist ein Brief von T-Mobile an uns vom 30. November mit dem "Thema", wie es dort heißt, "Wichtige Informationen zu Ihrem T-Mobile-Vertrag". Und dann seht dort. dass man "als innovatives Telekommunikationsunternehmen" "bestrebt" sei, das "Produktspektrum zu erweitern" und, jaja, die "Leistungen noch mehr auf Ihre (also unsere, Anm.) persönlichen Bedürfnisse zuzuschneiden". Das ist erstmal nix anderes als gequirltes Marketingsprech, um einem was zu verkaufen, so doof ist doch kein Kunde mehr in diesem Land. Zuviel Honig ums Maul, Tag für Tag, Jahrein, Jahraus, das erzeugt nur Brechreiz. Aber dann geht es weiter.
Deshalb, so teilt Ralf Hoßbach, Leiter T-Mobile Kundenservice, mit, sei er total froh, weil unsere "Einwilligung in die Nutzung der bei uns gespeicherten Vertragsdaten, die Sie uns vor einigen Wochen im Rahmen eines Telefongesprächs erteilt haben, von großem Vorteil" ist - für den Konzern, natürlich, nicht für uns. Er dankt uns für das "entgegengebrachte Vertrauen" und teilt uns dann noch den "genauen Wortlaut der Datenschutzerklärung" mit, damit diese uns auch vorliege (wie gnädig), weil das wohl beim Telefongespräch eher nicht passiert ist:
"Ich bin damit einverstanden, dass meine Vertragsdaten aus meinen bestehenden Verträgen mit den Unternehmen der Deutschen Telekom Gruppe innerhalb der Deutschen Telekom Gruppe weitergeleitet werden und von diesen einzeln oder gemeinsam zur Kundenberatung, Werbung, Marktforschung und zur individuellen Gestaltung der von mir genutzten Dienstleistungen verwendet werden."
Aber sonst ist noch alles in Ordnung? Nicht nur, dass die Telekom - wie mir von anderen (immer unzufriedeneren) Kunden bestätigt wurde - wie die übelste Drückerkolonne ständig ihre Kunden mit Anrufen terrorisiert, um ihnen während des verdienten Feierabends irgendwelche Super-Relax-ABC-Spar-Plus-Tarife anzudrehen. Jetzt wird da schon nebenbei die Aufweichung des Datenschutzes abgefragt, natürlich ohne die exakte Formulierung, oder das einfach mal so behauptet. Wer soll das "nach einigen Wochen" (s.o.) schon so genau noch sagen wollen.
Aber, lieber Ralf Hoßbach und lieber René Obermann, wenn das die neue "Servicementalität" ist und das unter engerem Zusammenrücken des Konzerns gemeint ist, dann vielen Dank auch dafür. Dann reiht sich hier bald noch jemand ein ins Heer der flüchtenden Festnetzkunden, einfach so, aus Prinzip. Und von mir aus dann auch, weil die Konkurrenz noch ein paar Euro billiger ist. Und Mobilfunk gibt's ja auch bei Anbietern ohne "T"-Markenzeichen.
P.S. Schriftlicher Widerruf kommt per Post.